Der Fotograf Reinhart Wolf
Reinhart Wolf (1930-1988) war prägend für die Werbe-, Design- und vor allem für die Food-Fotografie der sechziger, siebziger und achtziger Jahre. Er war Gründungsmitglied und Präsident des Art Director's Club in Deutschland und New York und Preisträger des Kulturpreises der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Mit seinen Werkserien zur Architektur der Castillos in Spanien, der Hochhäuser in New York und der Backsteinbauten in Hamburg fand er Eingang in die Museumsszene. Sein Werk wurde in einer Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen in aller Welt gewürdigt.
Nach seinem frühen Tod 1988 war es einer Handvoll engagierter Freunde und Kollegen zu verdanken, dass das Lebenswerk von Reinhart Wolf erhalten blieb und immer wieder auch in Form von Veröffentlichungen und Projekten sichtbar gemacht werden konnte. Neben F.C. Gundlach war dies vor allem der Beirat der von Reinhart Wolf 1988 geschaffenen "Reinhart Wolf photographischen Stiftung", allen voran Christian von Alvensleben und Peter Preller, die sich für die Erinnerung an Reinhart Wolf und sein stilprägendes Schaffen einsetzten. So konnte Christian von Alvensleben die Arbeitsabzüge und Diapositive vor ihrer Zerstörung in einem Agenturkeller bewahren und sie gemeinsam mit Jutta Buer in die Obhut des stern-Bildarchivs vermitteln, wo sie bis 2013 sicher lagerten. Auch das 1995 in Dye Transfer aufgelegte Portfolio mit 20 Motiven aus den Werkserien New York, Spanische Castillos und Norddeutsche Backsteinarchitektur konnte durch ihn als treibende Kraft realisiert werden.
Im Jahr 2013 wurden dann rund 13.000 Diapositive als Nachlass Reinhart Wolf in das Archiv der Fotografen in der Deutschen Fotothek Dresden eingebracht, wo mehr als 600 Motive digital sichtbar gemacht wurden. Die enge Kooperation der Stiftung F.C. Gundlach mit der Deutschen Fotothek sichert die gemeinsame Arbeit mit dem Werk von Reinhart Wolf, das in Projekten und Ausstellungen aus dem fotografischen Nachlass für die Nachwelt reaktiviert wird.