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Wilfried Bauer
Leben und Werk


Früh schon entwickelt Bauer, ein Schüler Robert Häussers, eine eigene, expressive wie subjektive Bildsprache. Der Einzelgänger verbirgt sich hinter der Kamera, hält mit ihr die Welt auf Distanz. Zugleich nimmt er durch sie Kontakt auf, zeigt Seelenlandschaften in längst Bekanntem, lädt Banales auf mit tieferem Sinn. Der Fotograf als Poet, als Übersetzer, dem es gelingt, Unsichtbares sichtbar zu machen.

In den siebziger, achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist Bauer einer der gesuchtesten und erfolgreichsten Reportage-Fotografen in Deutschland; seine Serien werden millionenfach gedruckt. Er findet seine Sujets auf unzähligen Reisen, die er für FAZ Magazin, ZEITmagazin, stern, GEO, Merian und SPIEGEL in alle Welt unternimmt. Er findet sie aber auch am Küchentisch, in seinem unmittelbaren Umfeld und in der Haseldorfer Marsch.

Die teilweise Zerstörung seines Archivs durch das Feuer, das der Fotograf vor seinem Suizid in der Wohnung legte, beschränkt die Verfügbarkeit der Motive. Einmal mehr stellt sich die Frage nach der Zukunft von fotografischen Archiven und Nachlässen. Im Falle Wilfried Bauers ermöglicht  der engagierte Einsatz von Dr. Ute Schreiner, der Stiftung F.C. Gundlach, der Martha Pulvermacher Stiftung und der Rudolf Augstein Stiftung die Erhaltung und Erschließung seines außerordentlichen Lebenswerkes.