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Elles Erkenntnislabor
Eine Ausstellung der Stiftung F.C. Gundlach

Vom 1. Juni bis zum 16. Juni 2024 im Hamburger Kreativplaneten JUPITER!

Klaus Elle beschreibt sich als „Künstler im Erkenntnislabor“ und als „Feldarbeiter der Veränderung“. Seit Ende der 1970er Jahre hat er ein umfangreiches und überwältigendes Oeuvre in Fotografie, Malerei und Plastik geschaffen, das unerklärlicher Weise weitgehend unentdeckt ist. Eine Überblicksausstellung im JUPITER an der Mönckebergstraße (früher: Karstadt Sport) präsentiert nun zentrale Themen im Schaffen von Klaus Elle in Werkserien, fotografischen Installationen und prägnanten Einzelwerken. Der Ausstellungstitel ist dabei Programm, denn Elles Werk verspricht Erkenntnis durch Bewusstseinserweiterung im Selbstversuch für Jede und Jeden. 

Der Künstler geht den existenziellen Fragen der Menschheit nach und bezieht sich dabei insbesondere auf Herausforderungen der multi-informativen Ära der Jetztzeit: Wer bin ich? Was ist die Konstruktion meiner Identität? Wer sind die Anderen und welchen Einfluss hat die Kultur auf meine Existenz? Wie verarbeite und ordne ich sinnstiftend die Unmengen von Informationen aus allen Medienkanälen? Und schließlich: Wo endet unsere Rationalität und wie finde ich zeitgemäße Zugänge zu den ewigen Mysterien unserer Existenz – die große Frage nach einer zeitgemäßen Spiritualität.

Klaus Elle versieht Stelen aus Stahl und Thronsitze aus Glas mit tausenden Fotografien von Mikro- und Makrokosmos. Die so geschaffenen Werke „Bewusstseinsverstärker“ oder „Initiationsstuhl“ sind raumgreifende, begehbare Installationen, die den Betrachter dazu auffordern, sich ästhetisch und spirituell auf die Situation zwischen den Ansichten von Zellkernen und Spiralnebeln einzulassen.

Mit vielen seiner Arbeiten begibt sich Klaus Elle assoziativ und unerschrocken zwischen derart extreme Pole: Seine großformatigen, auf dem Fußboden des Ateliers entwickelten „Weltbilder“ zeigen symbolhaft Zeugung und Tod, Wissenschaft und Kult, Kultur und Natur. Seine Selbstporträts vermessen das Gefüge von Ich und Universum. Fotografie ist für Klaus Elle dabei Material und Ausgangsstoff für das künstlerische Schaffen. Gleichberechtigt verwendet er eigene Aufnahmen und "Found Photography" für Installationen, Collagen und Montagen. Fotografische Abzüge werden gekratzt, übermalt, verarbeitet, in Konstruktionen aus Holz, Glas und organischen Stoffen verbaut; Fotochemie wird wie Ölfarbe verwendet und fotografische Abzüge dienen als Leinwand.

Die Vernissage der Ausstellung findet am Freitag, den 31. Mai um 19 Uhr statt. Die Eröffnung wird von einer interaktiven musikalischen Performance des SPIIC*-Ensembles (ligeti zentrum/artistic research lab.) unter der Leitung von Vlatko Kučan begleitet. Der Eintritt ist frei!

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"Elles Erkenntnislabor" 
Eine Ausstellung der Stiftung F.C. Gundlach

Wo?
Kreativplanet JUPITER
Mönckebergstraße 2-4
20095 Hamburg

Wann?
Vom 1. bis 16. Juni 2024
Mo-Di 10 bis 21 Uhr
Mi-Sa 10 bis 24 Uhr
So 10 bis 18 Uhr

Begleitprogramm zur Ausstellung:
Sa 01.06./16:00 Uhr  VORTRAG Klaus Elle: „Mein karmisches Theater" / Das lustvolle Spiel mit der eigenen Identität / Klaus Elles Porträtübermalungen aus 4 Jahrzehnten
Mo 03.06/18:00 Uhr  VORTRAG Klaus Elle: „Der Künstler als Moderator von komplexen Systemen“ / Kreativität als inspirierende Kraft in Veränderungsprozessen oder „Was würde Beuys heute tun?“
Di 04.06./18:00 Uhr  FÜHRUNG  Sebastian Lux und Franziska Mecklenburg, KuratorInnen der Stiftung F.C. Gundlach
Di 11.06./18:00 Uhr  LESUNG Martin Häusler: „Unsere entscheidenden Jahre“ /  Eine mutige und scharfsinnige Abrechnung mit den global agierenden Großkonzernen / Was wir jetzt tun müssen
Do 13.06./18:00 Uhr  VORTRAG Boris Eldagsen: „Wie beeinflusst KI das Feld menschlicher Kreativität und welche geistigen Strategien sind notwendig, um dieses erweiterte Gestaltungsmittel sinnvoll nutzen zu können?“ / Anschließendes Gespräch mit Klaus Elle.

*Das Akronym SPIIC+ steht für Social Performance, Interdisciplinary Improvisation and Creativity und ist ein Teilprojekt des neuen ligeti zentrums in Hamburg. Als Teil des artistic research lab exploriert SPIIC+ in einem trans-disziplinären Ansatz künstlerisch-kreative Prozesse und soziale Interaktionsformen. Das SPIIC-Ensemble ist seit seiner Gründung im Jahre 2018 an zahlreichen Projekten, Konzerten und Festivals beteiligt gewesen. Internationale Resonanz hat es unter anderem durch die Auftritte bei dem „Bauforum Magistralen“ (Hamburg, 2019), „TENOR 2021 - International Conference on Technologies for Music Notation and Representation“ (Hamburg, 2021) und „WAC2022 – International Web Audio Conference“ (2022, Cannes) erfahren, wo das SPIIC-Ensemble jeweils die vielbeachteten Abschlusskonzerte bestritt.