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Zu seinem 100. Geburtstag widmet die Stiftung F.C. Gundlach für Fotografie ihrem Stifter gemeinsam mit dem Bucerius Kunst Forum eine große Bilderschau. Die Ausstellung F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone, die ab dem 8. Mai 2026 im Bucerius Kunst Forum zu sehen ist, richtet den Blick auf das Wirken von F.C. Gundlach (1926–2021) als Fotograf, Galerist, Sammler, Unternehmer und Netzwerker. Gezeigt werden neben seinen ikonischen Fotografien auch unveröffentlichte Schwarzweiß- und Farbaufnahmen sowie Werke von Vorbildern, Weggefährt:innen und Nachfolger:innen aus seiner Sammlung. Die Ausstellung findet im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg statt.
F.C. Gundlach erlangte Bekanntheit durch seine weltweit entstandenen Modefotografien. Als einflussreicher Fotograf und wichtiger Teil eines Netzwerks in der Mode-, Kunst- und Kulturszene war er beteiligt an der Produktion und Rezeption deutscher Modemagazine und prägte mit zahlreichen Covermotiven die Darstellung von Mode und die damit verbundenen gesellschaftlichen Vorstellungen von Geschlecht und Identität.

Die Ausstellung nimmt Gundlachs Werk als Ausgangspunkt, um die Entstehung der fotokulturellen Szene seit den 1950er Jahren und die Relevanz von Fotografie für gesellschaftliche Strömungen zu beleuchten. Gundlachs Allianzen reichten von Paris über New York bis Tokio und verbanden Verlagswesen, Fotoindustrie, Galerieszene und Museumswelt. Sie gaben ihm als Fotograf und Förderer entscheidende Impulse.
Die Ausstellung beleuchtet Gundlachs vielfältiges Schaffen und untersucht dabei sowohl Kontinuitäten als auch Brüche – in seinem persönlichen Werdegang ebenso wie in gesellschaftlichen Entwicklungen. U. a. zeigt sie Gundlach als Galeristen, Laborbesitzer und Lehrer in Hamburg und Berlin, der durch seine Aktivitäten sowohl Fotodiskurse als auch neue Talente sichtbar machte. Die Ausstellung setzt das Oeuvre von F.C. Gundlach in einen umfassenden Kontext und stellt seine Bedeutung für die Entwicklung der Fotografie im Spannungsfeld von Auftrag, Kunst und Technik heraus.
Durch sein vielseitiges Wirken, Reisen und den Dialog mit anderen Akteur:innen der Fotoszene nahm er entscheidenden Einfluss auf die visuelle Kultur seiner Zeit, während er gleichzeitig von gesellschaftlichen Strömungen, politischen Entscheidungen und Trends geprägt wurde. Die Ausstellung zeigt diese wechselseitigen Einflüsse auf. Dabei wird deutlich, wie eng Fotografie mit kulturellen und sozialen Entwicklungen verwoben ist und wie wegweisend Gundlachs Visionen für unser heutiges Bildverständnis sind. Als engagierter Wahlhamburger hat Gundlach maßgeblich zur Etablierung einer Fotokultur in der Stadt beigetragen. Seine Werke und die Sammlung, die von der Stiftung F.C. Gundlach bewahrt werden, wirken bis heute nach.
Zu sehen sind 130 Fotografien von F.C. Gundlach sowie 70 Werke aus seiner Sammlung, die miteinander in Beziehung gesetzt werden. Darunter sind Werke von Erwin Blumenfeld, Richard Avedon, Regina Relang, Cindy Sherman und vielen anderen. Die Stiftung F.C. Gundlach ist alleinige Leihgeberin dieser ersten großen Ausstellung seines Werks seit seinem Tod im Jahr 2021.
Die Ausstellung läuft vom 8. Mai bis zum 16. August 2026 im Bucerius Kunst Forum. Sie wird am 7. Mai um 19 Uhr eröffnet.
Eine Ausstellung der Stiftung F.C. Gundlach und des Bucerius Kunst Forum. Kurator:innen: Sebastian Lux, Franziska Mecklenburg, Prof:in Dr. Sophie-Charlotte Opitz.

Die Ausstellung ist Teil der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026, die vom 5. Juni bis 22. September 2026 unter dem Titel Alliance, Infinity, Love - in the Face of the Other elf Ausstellungen in acht Museen und Ausstellungshäusern der Stadt präsentiert. Weitere Informationen unter: 2026.phototriennale.de
Begleitend zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein umfassender Ausstellungskatalog. Der Bildteil wird durch Essays zu jedem Ausstellungskapitel vertieft. Als Erweiterung der Ausstellung greift der Katalog erneut den Netzwerkgedanken auf: Sechs Expert:innen aus den Bereichen Fotomarkt, Performance, freie Fotografie, Institutionsforschung, Medienwissenschaften und Ethik wurden eingeladen, auf die Katalogtexte mit eigenen Gedanken und Anekdoten zu reagieren. Diese interdisziplinären Beiträge überführen die Kernthese der Ausstellung in die Katalogform: dass das Kulturgut Fotografie durch Austausch und stetige Weiterbearbeitung befruchtet und somit weiterentwickelt wird.
Herausgegeben von Dr. Sophie-Charlotte Opitz und Sebastian Lux
Parallel zur Ausstellung F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone präsentieren die Deichtorhallen Hamburg vom 5. Juni bis 22. September 2026 in der Halle für aktuelle Kunst die Schau Cocktail Prolongé. F.C. Gundlach special: ein Kaleidoskop vielfältigster Inszenierungen von Körperlichkeit und der damit verbundenen Wünsche, Fantasien und Emotionen, das ein neues Licht auf F.C. Gundlach wirft.