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Kampa Museum Prag
29. Juni bis 28. Oktober 2019
Die Ausstellung Helmut Newton in Dialogue wurde vom Museum Kampa in Zusammenarbeit mit Kicken Berlin vorbereitet. Sie zeigt Fotografien des berühmten deutsch-australischen Fotografen Helmut Newton, stellt sie in den Kontext der Zwischenkriegsfotografie und vergleicht sie mit den Werken seiner Zeitgenossen. Neben anderen Veranstaltungen zum hundertsten Geburtstag von Meda Mládková steht dieses Ausstellungsprojekt im Einklang mit dem Ausstellungsprogramm des Museums Kampa, das sich auf die Präsentation von Persönlichkeiten konzentriert, die mit Lifestyle und Mode in Verbindung stehen und für Meda Mládkovás Designprojekte in Washington von entscheidender Bedeutung waren (zum Beispiel die erfolgreichen Ausstellungen Cecil Beaton: Photographer of Queens und Manolo Blahnik: The Art of Shoes).
Helmut Newton wurde 1920 in Berlin als Helmut Neustädter geboren. In vielerlei Hinsicht spiegelt sein recht turbulentes Leben die Geschichte des 20. Jahrhunderts wider – aufgrund seiner jüdischen Herkunft musste er sein Heimatland Deutschland verlassen, genauer gesagt, schaffte er es gerade noch rechtzeitig, das Land zu verlassen, und wanderte über Singapur nach Australien aus, wo er seine Ausbildung und seine Fähigkeiten in der Fotografie, die er in der Vorkriegszeit in Deutschland erworben hatte, fortsetzte. In Australien entwickelte er sich bald zu einem renommierten Porträt- und Modefotografen. Seit den frühen 1960er Jahren, als er begann, Porträts, Modefotografien und Aktfotos zu machen, gilt er als einer der progressivsten und umstrittensten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Konzeption der Darstellung von Frauen in Porträts und Aktfotos hat den Charakter dieser beiden großen klassischen fotografischen Genres verändert. Sanft oszillierend zwischen Kontroverse, Mysterium und Erotik porträtiert er seine Models als starke, aktive und selbstbewusste Frauen der modernen Zivilisation, sowohl in einer eleganten Welt als auch an Orten der Spannung oder Gefahr. Er inszenierte mehrdeutige und provokative Szenen, die bestehende fotografische Genres auf innovative Weise transformieren. Während seiner fast sechzigjährigen beruflichen Laufbahn hat Helmut Newton die Ästhetik der Studiofotografie mit viel Liebe zum Detail, zur Atmosphäre und zur Komposition brillant gemeistert.
Newton hat die Bedeutung und Rolle der Mode- und Porträtfotografie auf allgemeinere Werte und Ausdrucksformen verlagert und und veränderte damit ihr Ansehen für immer. 23 Jahre lang für die australische, britische und französische Ausgabe arbeitend, wurde er vor allem durch seine Fotografien für das Magazin Vogue berühmt. Neben Models fotografierte Newton auch berühmte Persönlichkeiten aus der Welt der Kunst und Mode. So sind beispielsweise seine Porträts von Karl Lagerfeld, Andy Warhol, Sigourney Weaver und Paloma Picasso sehr bekannt.
Die Ausstellung ist in vier Abschnitte unterteilt, die Schritt für Schritt Newtons Inspirationsquellen (Erwin Blumenfeld, František Drtikol, Horst P. Horst, George Hoyningen-Huene usw.) und seine produktivste Schaffensphase von 1950 bis 2000 vorstellen. Die Ausstellung umfasst auch Werke von Newtons Zeitgenossen (z. B. Irving Penn, Richard Avedon usw.). Den krönenden Abschluss bildet der Abschnitt "Tschechische Spuren", in dem eine Auswahl von Werken von Tono Stano und Gabina Fárová aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahren präsentiert wird (beide haben Newton 1988 in Prag bei der Entstehung mehrerer seiner Fotografien unterstützt).
Die Zusammenarbeit zwischen Helmut Newton und Kicken Berlin reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Damals begann der Gründer Rudolf Kicken, seine eigene bemerkenswerte Sammlung fotografischer Werke aufzubauen, die, ergänzt durch Werke aus Privatsammlungen, den Kern der Ausstellung im Kampa Museum bildet.
Ein besonderer Dank gilt der Stiftung F.C. Gundlach für ihre großzügige Zusammenarbeit.
Ausstellungskuratorinnen: Petra Helck and Ina Schmidt-Runke, Direktoren von Kicken Berlin, und Helena Musilová, Chefkuratorin des Museums Kampa
Kooperation: Alexandra Šlosarčíková (Museum Kampa)
Museum Kampa – The Jan and Meda Mládek Foundation
U Sovových mlýnů 503/2
118 00 Prague 1 – Malá Strana
Czech Republic