Gundlach goes Japan

Gundlach goes Japan

Helle Kleider, sommerliches Licht, klar gegliederte Bildräume und eine Komposition, die wie selbstverständlich Mode und Umgebung in Beziehung setzt. Die Aufnahmen tragen die Bildsprache F.C. Gundlachs, wie wir sie zum Beispiel aus seinen Modefotografien für die Zeitschrift Brigitte kennen. Gefunden haben wir die Dias in unserem Archiv jedoch nicht in ihren üblichen Rahmungen, sondern in solchen japanischer Bildagenturen.

Der Aufdruck „ORION PRESS, Tokyo“ verweist auf eine international tätige Fotoagentur, die Gundlachs Aufnahmen in Japan vertrat. Weitere Stempel und Aufkleber zeigen, dass die Dias auch über die Tohoku Color Agency in Sendai und die Agentur JAPACK in Hiroshima angeboten wurden. Damit dokumentieren die Rahmen den Weg der Aufnahmen durch ein internationales Vertriebsnetz.

Weitere japanische Aufschriften geben Hinweise auf Motive und Verwendung. Neben der Signatur „GND“, die für Gundlach steht, finden sich Begriffe wie „ウェディング“ – „Wedding“ oder „Hochzeit“ – und „女性“, japanisch für „Frau“. Barcodes, handschriftliche Nummern und weitere Kürzel dienten vermutlich der internen Ordnung, Preisangaben oder dem Nachweis einzelner Ausleihen.

Die japanischen Diarahmen machen deutlich, dass Gundlachs Modefotografie weit über den deutschen Zeitschriftenmarkt hinaus zirkulierte. Sie erzählen von den Wegen, die Gundlachs Bilder nach ihrer Entstehung durch Agenturen, Redaktionen und Archive nahmen.