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Das Essigsäure-Syndrom ist der Feind eines jeden Fotoarchivs. Um seine Auswirkungen einzudämmen, sichten wir die Diapositive von F.C. Gundlach und überführen sie in archivfeste Hüllen. Für unser Objekt des Monats kommt jedoch jede Rettung zu spät. Dafür zeigt das Diapositiv auf eindrucksvolle Weise, welche eigentümliche Schönheit in fotografischen Zersetzungsprozessen liegen kann.

Zu sehen ist eine Modeaufnahme, die F.C. Gundlach in seinem Studio für eine Herbst-/Winterkollektion fotografierte. Das Model trägt einen blauen Wollmantel, elegante schwarze Lederhandschuhe und eine opulente Fellmütze. Mit Blick auf den Seidenschal mit typischem Grafikmuster lässt sich das Bild auf die 1960er-Jahre datieren. Zum vollständigen Bild der winterlichen Inszenierung fehlt eigentlich nur noch ein alpiner Hintergrund.

Und genau diesen scheint das Essigsäure-Syndrom nachträglich geschaffen zu haben. Vom rechten Bildrand ausgehend, hat der Zersetzungsprozess den Bildträger erfasst und in kristalline, lilafarbene und bläuliche Strukturen verwandelt. Die Hintergrund wirkt nun beinahe wie ein surreales Panorama eines stürzenden Bergmassivs.